Mein Held des Monats Juni

Rouven

«Rahel de Rouven het aglütet.» Meine WG-Kollegin Märiän steht im Zimmer. Ein Blick zum Wecker genügt und ich bin schlagartig wach. 10 vor 7. Waaas!? 10 vor 7?? Vor 20 Minuten hätte ich meinen TV-Chef Rouven zuhause abholen müssen und nun sollten wir eigentlich längst auf der Autobahn Richtung Basel sausen (oder je nach Verkehrslage eher kriechen). Aber nein, ich liege seelenruhig im Bett und verschlafe beinahe meinem ersten Drehtag. Einen der wichtigsten Tage in meinem ganzen Praktikums-Jahr! Unglaublich. Wie kann so etwas passieren? Ich fluch nie – aber an diesem Morgen muss sich Märiän einiges anhören. «Kannst du ihn zurückrufen?», fragt sie, während ich die erstbesten Kleider schnappe und mich anziehe. «Ähm nein keine Zeit. Kannst du ihm schreiben, ich komme gleich?» Zum Glück kennen sich meine Mitbewohnerin und Rouven. Ansonsten hätte ich wohl bis 10 Uhr weitergeschlafen und Rouven wäre völlig verzweifelt am Strassenrand gesessen und hätte sich gefragt, wie er auf die Idee kommen konnte, mir den Autoschlüssel zu überlassen. Auch sonst ist sie Gold wert, meine Märiän. Kaum bin ich angezogen, kommt sie und informiert mich, dass Rouven bei der Bäckerei auf mich warte. Ganz um mein leibliches Wohl besorgt, füllt sie auch noch meine Wasserflasche, packt einen Apfel und ein Pack Blevita dazu und spielt mir die Sprachnachricht vor, die sie von Rouven erhalten hat:

Wow, alles andere wie das hätte ich erwartet. Eher wütende Worte, einen gestressten Tonfall, eine verzweifelte Stimmung, Unverständnis über die Situation. Das wäre alles verständlich gewesen und wahrscheinlich meine erste Reaktion, an seiner Stelle. Aber nichts davon hörte ich. Weder in dieser Sprachnachricht, noch an einem anderen Zeitpunkt seither. Es beeindruckt mich extrem, wie Rouven mit dieser doofen Situation und mit mir, als Verursacherin der Situation, umgegangen ist. Er blieb keinen Moment beim Problem stecken, sondern legte den Fokus auf die Lösung davon. Deshalb ist es für mich ganz klar, dass er mein Held des Monats Juni wird. Und falls es je irgendwo einen Mitbewohnerin des Monats/Jahres oder irgendetwas-Contest geben wird, bin ich die erste, die Märiän dazu anmeldet.

PS: Zwar waren wir den ganzen Drehtag über dem Zeitplan etwa eine Stunde hinterher (auch, weil unserem Auto noch das Öl ausging), doch erstaunlicherweise löste sich in den letzten Stunden alles auf. Wir starteten unsere Heimfahrt sogar fünf Minuten früher, wie geplant! Keine Ahnung, wie das ging; da kann ich nur staunen über Gottes Zeitplan.

Hier könnt ihr die fertige FENSTER ZUM SONNTAG – Sendung schauen.

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