Medien für Dummies

DAB

Letztens sagte ein Freund zu mir: «Ihr sendet doch über DAB. Wie funktioniert das eigentlich?»
Tja. Das ist eine gute Frage, auf die ich ihm leider keine Antwort geben konnte. Da DAB ein elementarer Teil ist, damit unsere Sendungen auch gehört werden können, wollte ich herausfinden, wie DAB funktioniert.

Das Geheimnis hinter dem «D»
DAB heisst ausgeschrieben «Digital Audio Broadcasting», übersetzt also «Digitale Audio-Übertragung».
Das Wörtchen «Digital» verrät uns eigentlich schon das ganze Geheimnis. Durch das Digitalisieren der Audio-Signale bringt DAB gegenüber der alten (aber zurzeit immer noch laufenden) Technik UKW diverse Vorteile mit sich. Um die Vorteile erkennen zu können, muss man jedoch zuerst verstehen, wie UKW funktioniert. Armin Maiwald erklärt das in «die Sendung mit der Maus» sehr schön (ich weiss, modern ist dieses Video nicht gerade – aber das ist UKW ja auch nicht).

Der Ton einer Radiosendung (der ja aus Schallwellen besteht) wird also auf einer anderen Welle zum Hörer transportiert. Die Differenzierung zwischen den verschiedenen Sendern wird so gemacht, dass die einen Sender auf einer höheren Frequenz (also schnelleren Welle) und andere auf einer tieferen Frequenz (also langsameren Welle) transportiert werden. Das Audiosignal bleibt dabei analog.

Bei DAB wird das analoge Audiosignal in ein digitales umgerechnet. Aus den Wellen werden damit Zahlen, also eigentlich lauter Nullen und Einsen.

Wenn man das weiss, ist es ganz einfach den Unterschied und damit die Vorteile gegenüber UKW zu erkennen.

  • Der Transport von einem Zahlencode anstatt einer Welle braucht sozusagen weniger Platz in der Luft. Dadurch können auf der gleichen Frequenz mehrere Sender transportiert werden. Während in der Schweiz vor einigen Jahren kein weiteres UKW-Radio mehr Platz hatte, können bei DAB immer noch weitere dazukommen.
  • Über DAB kann man zusätzlich zum Tonsignal noch weitere Informationen übermitteln. Deshalb können DAB-Radios auf dem Display zum Beispiel den Liedtitel oder Staumeldungen anzeigen.
  • Wenn man UKW unterwegs (im Auto) hört, passiert es immer mal wieder, dass der Empfang gestört ist oder ganz abbricht. Mit DAB muss man im ganzen Sendegebiet nie die Frequenz wechseln und das Signal bleibt störungsfrei. Allerdings ist es noch nicht in allen Tunnels möglich, DAB zu hören. Dies wird aber laufend verbessert.

DAB & DAB+
Nun schreibe ich einen ganzen Artikel über DAB, dabei ist dieses in der Schweiz seit dem 15. November 2016 gar nicht mehr in Betrieb. Nein, ich bin nicht hobbylos und schreibe über Dinge die es schon gar nicht mehr gibt. DAB wurde ganz einfach von DAB+ abgelöst, das eine Weiterentwicklung von DAB ist. Es beruht also auf derselben Technik, wodurch alles oben Geschriebene auch auf DAB+ zutrifft.

Jetzt weiss ichs!
Wenn mich mein Kollege heute fragen würde, könnte ich nun ganz keck antworten: «Mit DAB wird das Radioprogramm wie bei UKW über die Luft verbreitet. Jedoch ist das Signal digital und nicht analog, wodurch mehr Sender «Platz» haben, Zusatzinformationen übermittelt werden können und das Rauschen bei gestörtem Empfang Geschichte ist. Aber nur zu deiner Information: Wir senden über DAB+.»

Dann kann ich nur noch hoffen, dass ich bereits weg bin, bevor er «Klugscheisser» sagen kann.

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